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Synopsis

Der US-Unternehmer Alex Karp hat mit seiner Firma Palantir Technologies die erfolgreiche und gleichzeitig umstrittene Datenanalyse-Software „Gotham“ geschaffen. Sie befähigt einerseits Staaten zur umfassenden Überwachung ihrer Bürger*innen. Andererseits unterstützt sie Geheimdienste, Militär und Polizeibehörden, letztere auch in Deutschland, mit Informationen, die Verbrechen aufklären – oder zum gezielten Töten genutzt werden. Derzeit ist Palantir wichtiger Partner der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland.

Die Firma ist so verschwiegen wie mysteriös. Sie wurde groß mit ihrer Arbeit für CIA und NSA. An der Börse ist sie über 50 Mrd. US-Dollar wert. Mit ihrer Hilfe soll Osama Bin Laden zur Strecke gebracht worden sein. Der eine Gründer, Peter Thiel, ist ein rechter Libertärer mit recht bizarren Ansichten, der offen Trump unterstützte. Der andere, Alex Karp, bezeichnet sich selbst als ehemaliger Neomarxist; ist stolz darauf, dass seine Eltern Hippies waren. Heute führt er als CEO die größte kommerzielle Überwachungsfirma der Welt. Er bekennt trocken: „Unser Produkt kann zum Töten von Menschen eingesetzt werden.“

Erstmals schaut ein Dokumentarfilm auf Alex Karp und Palantir. Eine multiperspektivische Reise ins Herz der Finsternis. 

"Ein bedrückend aktuelles und augenöffnendes dokumentarisches Glanzstück von Film, [...] , der durch die aktuelle Weltlage an Relevanz nicht zu übertreffen ist."

Zitat aus der Jurybegründung
der Deutschen Film- und Medienbewertung. FBW


Palantir

Taucht Palantir in den Medien auf, wird die Firma uns Laien immer erklärt mit: Palantir-Software hat es den USA ermöglicht, Bin Laden aufzuspüren und zu liquidieren. Palantir dementiert.

Doch die Dementis nimmt niemand ernst.

Palantir „macht“ Analyse-Software. Data Mining. Die Produkte von Palantir analysieren wie keine anderen riesige, unstrukturierte Datenmengen - Big Data. Oder: The biggest Data. Dieses Zusammenspiel ermöglicht erst das Erschaffen künstlicher Intelligenzen. Big-Data-Mining Software wird von automatisierten Handelssystemen an Börsen ebenso genutzt wie bei der Aufdeckung von Betrug und bei der Geheimdienstarbeit. Immer geht es darum, in gigantischen Datenmengen die entscheidenden Muster zu finden. Besonders an Palantir ist unter anderem die Benutzerfreundlichkeit.

Palantir dehnt sich weltweit aus. Unter anderem nach Deutschland und nach Hessen. Eine „zweite Chance“ für Europa nennt Palantir das.


Alex Karp

⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Karp wuchs an der amerikanischen Ostküste auf. Der Vater Medizin-Pr⁠⁠ofessor in Princeton, die Mutter Fotografin. Schon als Kleinkind schleppten sie ihn mit auf Friedensdemos. Gingen für Mitbestimmung von Arbeitern auf die Straße. „Revolutionäre“ wie Karp stolz erzählt.

Karp hat seinen Master an der Stanford University gemacht, die als die intellektuelle Quelle des Silicon Valley gilt. Als Doktorand Karp in den 1990ern nach Frankfurt kommt, hat er wenig Geld. Hier lernt er auch den Dokumentarfilmer und Kameramann Thomas Giefer kennen.

“Ich fand ihn lustig und schräg. Vor der Kamera erinnerte er mich mit seiner Zigarre an Croucho Marx. Für mich er war kein blitzender Intellektueller oder ein Superhirn“, erinnert sich Giefer.

Seit 20 Jahren ist er CEO des Palantir. Der erste und einzige! Mit Peter Thiel, Joe Lonsdale, Stephen Cohen und Nathan Gettings gründete er die Datenanalysefirma. Von Thiel sagt Karp: „Er ist ein echter Freund, und ich habe nicht viele“. Politisch sei man dennoch gänzlich konträr. Zum exklusiven jährlichen Bilderberg-Treffen kommt er schon mal in Adidas-Trainingshose, Daunenweste und Yoga-Matte.

Manchmal unterrichtet er seine Mitarbeiter in Thai Chi. Schon früh ist für ihn klar: Er will die „wichtigste Softwarefirma der Welt“ erschaffen.


Regiestatement

Alles begann im Mai 2017 in einem Biergarten in Kreuzberg. Mein Freund Thomas Giefer erzählte mir, er hätte einen ehemaligen Protagonisten, mit dem er als Kameramann mal 1997 in New York gedreht habe, jetzt auf dem Titelbild des Forbes-Magazin wieder gesehen. Überschrift: „MEET BIG BROTHER“. Alex, ein lustiger, symphatischer linker und bisschen skurriler, mit wenig Geld ausgestatteter Philosophie-Doktorand aus Frankfurt, sei damals als eine Art Stringer für einen Dokumentarfilmdreh über den schwulen jüdischen Schriftsteller Richard Plant, der aus Nazideutschland fliehen musste, eingesprungen. Und 20 Jahre später ist er CEO einer millardenschweren Datenkrake, nämlich der Firma Palantir, die eng mit der NSA und dem CIA arbeitet. Zudem soll ihre Datenanlayse-Tool dazu beigetragen haben, Osama Bin Laden in Pakistan zu finden. Wow, das nenne ich mal eine unwahrscheinliche Karriere für jemand, der mal wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sigmund-Freud-Institut war und sich selbst als Ex-Neomarxist bezeichnet. Was für eine verrückte Geschichte.


 

Aber: Meine kurze Vorrecherche ergab, Karp gibt so gut wie nie Interviews, die Firma Palantir sei eine verschlossene Auster. Unzugänglich für jegliche Art von Berichterstattung über sie. Schlecht für einen beobachtenden Dokumentarfilm! Aber eine schöne Herausforderung für mich, gerade wenn Alex Karp schon 2017 behauptete, Palantir werde bald „das wichtigste Softwareunternehmen in der Welt sein.“

Ich mag Protagonisten mit ambitionierten Zielen. Und Alex Karp erinnerte mich sehr an den ehemaligen BKA-Präsidenten Horst Herold, der zur Bekämpfung der RAF die Rasterfahndung erfand. Beide politisch links und beide fühlen sich schnell missverstanden von der Gesellschaft. Den zutiefst öffentlichkeitsscheuen Herold habe ich im Zuge meines Andreas-Baader-Films zwei Mal getroffen.

Jetzt ist 2024. Das es von der Filmidee bis zur Erstaufführung sieben Jahre dauern würde, war dann aber so nicht geplant!

03.06.2024
ARD - "titel thesen temperamente"

„Palantir und Alex Karp: verschwiegen und mysteriös. Klaus Sterns Film: ein Portrait eines Phantoms, das nicht zu fassen ist.“ - ttt

27.05.2024
netzpolitik.org

“Heraus kommt ein Portrait von Karp als einer selbstverliebten Figur, die sich gern reden hört, aber selten auf gestellte Fragen eingeht.(…) So jagt Klaus Stern einem Phantom hinterher, reist zu öffentlichen Auftritten und nach Davos, wo Karp Hof hält, aber wieder nicht mit dem Regisseur reden will. Es drängt sich der Eindruck auf, es mehr mit einer Art Sektenboss zu tun zu haben als mit dem Geschäftsführer eines Konzerns, der an der Börse um die sechzig Milliarden US-Dollar wert ist.” - netzpolitik.org

07.05.2024
Filmdienst

“Informativ, unterhaltsam und erhellend” - Filmdienst

05.05.2024
Ruhrnachrichten

“Wo liegen die Vorteile, wo die Gefahren solcher Datensammelunternehmen? Klaus Stern nähert sich in diesem informativen und sehr sehenswerten Film den oft schwierigen Antworten an.” - Ruhrnachrichten

03.05.2024
Hessische Allgemeine

“Vier Jahre lang hat Stern versucht, den Chef der Datenanalyse-Firma Palantir zu interviewen – vergeblich. Trotzdem ist „Watching You – Die Welt von Palantir und Alex Karp“ eine sehenswerte Spurensuche über die Möglichkeiten der Überwachung und die Moralvorstellungen eines Tech-Milliardärs.” - Hessische Allgemeine

02.05.2024
Blickpunkt Film

“’Watching You' greift die Gefahr der Manipulation auf und plädiert für ein intelligentes Miteinander von Mensch und Technik.” - Blickpunkt Film

Pressematerial

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Presseheft

Pressebilder

Buch & Regie: Klaus Stern
Montage: Friederike Anders
Kamera: Thomas Giefer
Zusatzkamera: Florian Giefer, Frank Pfeiffer, Johannes Guttenhöfer, Harald Schmuck
Ton: Florian Giefer
Produktionsassistenz: Hendrik Schmitt
Dramaturgie: Kristl Philippi
Mitarbeit u. Recherche USA: Konrad Ege, Alina Fichter
Musik: Michael Kadelbach
Produktionsleitung: Bettina Morlock
Koproduzenten: Rouven Rech, Teresa Renn, Torero Film
Produzent: sternfilm, Klaus Stern
Weltvertrieb: RISE AND SHINE WORLD SALES UG, Stefan Kloos
im Verleih von: REAL FICTION
Redaktion: Julia Klüssendorf (HR), Jutta Krug (WDR), Rolf Bergmann (RBB)

Eine sternfilm Produktion
In Ko-Produktion mit: HR, WDR, RBB und TORERO FILM

gefördert mit den Mitteln von:
HESSEN FILM & MEDIEN, BKM, DFFF